"Mangelnde Staatskunde lässt sich mit Stimmrecht 16 nicht beheben. Stimmrecht 0 würde dagegen die zukunftsgerichteten Kräfte stärken" schreibt Beat Kappeler ...
... in einem Artikel der NZZ. Weiter: "(...) Das Stimmrecht der Eltern für alle ihre Kinder verleiht hingegen jenen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern wieder vermehrt politisches Gewicht, welche für die Zukunft der Bevölkerung schon etwas vollbracht haben und als Entgelt dafür auch auf Jahre hinaus mitbestimmen können sollen. Ein durchaus klarer Zweck also.
Die angerufenen Zwecke für ein Stimmrechtsalter 16 sind hingegen eher dritt- bis viertrangig. Die Jungen sollten so aktivere Bürger werden, heisst es. Sie sollten sich staatsbürgerliche Informationen holen. Oder: Wenn sie schon zu einer Berufslehre befähigt seien, dürften sie doch auch in der Politik mitreden. Es läuft eigentlich alles darauf hinaus, den offensichtlich gescheiterten Staatskundeunterricht der Schule mit einem Wurf der Jugend ins kalte Wasser zu kompensieren. (...)
Die Erhebungen nach der Einführung des Stimmrechtsalters 18 sind nicht ermutigend. Die Jungen strömen nicht in Massen zur Urne. Die Politiker verfallen da offensichtlich einem blossen Geschenke-Wahn, umso mehr, als dieses verschenkte Recht nichts kostet. Ein den Jungen angetragenes Recht, das diese nicht verlangt haben, ist von geringerem Wert und weitgehend wirkungslos. Die Politiker erhöhen mit dieser Stimmrechts-Expansion wiederum die neue Unübersichtlichkeit. Schon die Mündigkeit mit 18 Jahren lässt die Jungen Verträge eingehen, für welche die Eltern unter Umständen geradestehen müssen, bis die Kinder 20 sind. Das Stimmrecht mit 16 führt eine neue Schwelle auf einem anderen Gebiet ein. Es wäre richtig, wenn ein einziges Datum die Jungen in die Erwachsenenwelt eintreten liesse. (...)"
Der ganze Artikel:
http://www.nzz.ch/2007/05/27/il/articleF7C5M.html
Administrator, 15. Oktober 2009
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Österreich hat 2007 das Stimmrecht 16 erfolgreich auf nationaler Ebene eingeführt. Die Stimmbeteiligung ist dadurch nicht gesunken.
In Österreich dürfen die 16-Jährigen seit Juni 2007 wählen. Die Erfahrungen dort sind durchwegs positiv. Wie die Nationalratswahlen 2008 zeigten, ist die Stimmbeteiligung aufgrund des Stimmrechts 16 nicht gesunken. Das Wahlverhalten der 16- und 17-Jährigen hat zudem den älteren Altersgruppen entsprochen.
Die Diskussion zur Einführung des aktiven Stimmrechtsalters 16 ist auch in vielen anderen Ländern Europas weit fortgeschritten. In fast der Hälfte der deutschen Bundesländer können Junge ab 16 Jahren mitbestimmen. Und in fast allen Ländern in Europa laufen Aktivitäten der dortigen Jugendorganisationen zur Einführung des aktiven Stimmrechtsalters 16. In Irland beispielsweise stehen alle Parteien hinter Stimmrecht 16 und es ist nur eine Frage der Zeit bis es dort eingeführt wird.
SP, 11. Oktober 2009
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Bedenklich: Die Gegner von Stimmrechtsalter 16 brauchen die gleichen Argumente, wie sie schon früher gegen das Frauenstimmrecht aufgetischt wurden.
kandidiert für Grossrat Bern, SP, 11. Oktober 2009
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"Erst seit 1971 (…) ist die Schweiz eine Demokratie", sagt Franz von Däniken – bis 2005 der höchste Diplomat der Schweiz.
Was war 1971 …? Genau, endlich wurde das Frauenstimmrecht (auf Bundesebene) eingeführt. Von Däniken im Magazin-Interview vom 10. Oktober weiter: "Vorher war das Land eine Männerherrschaft."
Demokratie kommt von "Demos", was "Volk" bedeutet. In Sachen Politik soll der Teil des Volkes mitbestimmen dürfen, der mündig ist – es ist darum tatsächlich logisch, dass erst mit dem Stimm- und Wahlrecht der Frauen unser Land zu einer wirklichen Demokratie wurde. Zum Stimmrechtsalter 16: Mit 16 Jahren ist man ebenfalls Teil des mündigen Volkes – wer bereits dann am politischen Leben aktiv teilnehmen will, der oder die soll das dürfen. So gewinnt die Schweiz aktive StaatsbürgerInnen mit Sinn und Verantwortung fürs Gemeinwohl. Sie sind die Stützen unserer Gesellschaft.
Claudia Michel, 11. Oktober 2009
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Stimmrechtsalter 16 schadet niemanden, kostet praktisch kein Geld und gibt politisch interessierten Jugendlichen die Chance, ihre Stimme einzubringen.
Das Interesse an der Politik ist bei 16- und 17-jährigen, entgegen der allgemeinen Erwartung, bereits vorhanden! Befragungen haben ergeben, dass ein ähnlicher Wert an Interessierten wie bei den 18-24-jährigen besteht, nämlich um die 30 Prozent.
Fehlt nun tatsächlich einem Teil der 16- und 17-jährigen die Reife für politische Entscheide, so gehen diese auch sicher nicht wählen, da aus meiner Sicht bezüglich Politik die Reife eine Voraussetzung für das Interesse und folglich Wahlabsichten sind. Wer also unreif ist, wird kaum wählen gehen und somit niemandem schaden.
Bei einem JA! sehe ich also keine absehbaren negativen Konsequenzen, hingegen wäre ein NEIN! schade, da man durch die Herabsetzung viele Junge für die Politik gewinnen könnte und bereits Interessierten die Chance gibt, aktiv mitzumachen.
Vorstand Jugendparlament Köniz, Jugendparlamentarier, 10. Oktober 2009
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Unsere Gesellschaft überaltert. Da ist es nicht mehr als recht, dass mehr Junge mitbestimmen dürfen.
Ich habe bis jetzt noch kein überzeugendes Argument gegen diesen Vorschlag gehört. Was spricht denn dagegen, dass 16-Jährige wählen und abstimmen können? Gerade angesichts der zunehmenden Überalterung unserer Gesellschaft ist es nötig, dass auch Jüngere mitbestimmen dürfen. Schliesslich sind sie es, die in die AHV einzahlen werden – und selbst vielleicht nicht mehr viel davon haben werden.
Claudia Michel, 7. Oktober 2009
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Politisch Interessierte Junge profitieren - Stimmrecht 16 schadet niemandem.
16- und 17-Jährige mit Einkommen müssen im Kanton Bern Steuern zahlen. Sie können einen Lehrvertrag unterzeichnen und damit wichtige berufliche Vorentscheide treffen, als Sportstars in aller Welt ihre Heimat vertreten oder über ihre Religionszugehörigkeit entscheiden. Ihnen trauen wir die sexuelle Mündigkeit zu, aber abstimmen und wählen sollen sie nicht können?
SP, 7. Oktober 2009
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