29.11.09, Kt. Bern: Verfassungsänderung "Stimmrechtsalter 16"

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... in einem Artikel der NZZ. Weiter: "(...) Das Stimmrecht der Eltern für alle ihre Kinder verleiht hingegen jenen Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern wieder vermehrt politisches Gewicht, welche für die Zukunft der Bevölkerung schon etwas vollbracht haben und als Entgelt dafür auch auf Jahre hinaus mitbestimmen können sollen. Ein durchaus klarer Zweck also.

Die angerufenen Zwecke für ein Stimmrechtsalter 16 sind hingegen eher dritt- bis viertrangig. Die Jungen sollten so aktivere Bürger werden, heisst es. Sie sollten sich staatsbürgerliche Informationen holen. Oder: Wenn sie schon zu einer Berufslehre befähigt seien, dürften sie doch auch in der Politik mitreden. Es läuft eigentlich alles darauf hinaus, den offensichtlich gescheiterten Staatskundeunterricht der Schule mit einem Wurf der Jugend ins kalte Wasser zu kompensieren. (...)
Die Erhebungen nach der Einführung des Stimmrechtsalters 18 sind nicht ermutigend. Die Jungen strömen nicht in Massen zur Urne. Die Politiker verfallen da offensichtlich einem blossen Geschenke-Wahn, umso mehr, als dieses verschenkte Recht nichts kostet. Ein den Jungen angetragenes Recht, das diese nicht verlangt haben, ist von geringerem Wert und weitgehend wirkungslos. Die Politiker erhöhen mit dieser Stimmrechts-Expansion wiederum die neue Unübersichtlichkeit. Schon die Mündigkeit mit 18 Jahren lässt die Jungen Verträge eingehen, für welche die Eltern unter Umständen geradestehen müssen, bis die Kinder 20 sind. Das Stimmrecht mit 16 führt eine neue Schwelle auf einem anderen Gebiet ein. Es wäre richtig, wenn ein einziges Datum die Jungen in die Erwachsenenwelt eintreten liesse. (...)"

Der ganze Artikel: http://www.nzz.ch/2007/05/27/il/articleF7C5M.html
1 Kommentar
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Mit dieser Sichtweise steht Herr Kappeler ziemlich alleine da. Der Staatsrechtler Paul Richli beispielsweise äussert in der Neuen Luzerner Zeitung vom 16.10.09 grosse Bedenken zum Familienstimmrecht. Er betont, dass politische Rechte persönlich Rechte sind, die von urteilsfähigen Bürgerinnen und Bürgern ausgeübt werden.

Ausserdem stimmen Kappelers Behauptungen nicht, dass die Jungen dieses Recht nicht verlnagt haben. Sicher wollen nicht 100% der 16- und 17-Jährigen an die Urne gehen, aber bei den 25- oder den 50-Jährigen ist das ja auch nicht der Fall.
Auch dass das Stimmrecht 16 wirkungslos und von geringem Wert sei, ist Unsinn. Es geht darum, den engagierten und interessierten Jugendlichen ein Signal zu geben, dass ihre Stimme respektiert und Ernst genommen wird. Man bindet so die Jugendlichen schrittweise in die politische Verantwortung ein. Warum sollte das keinen Wert haben?
Das Argument der Unübersichtlichkeit ist ebenfalls nicht haltbar: schon heute gibt es in verschiedenen Bereichen verschiedene Altersgrenzen, und niemand stört sich daran. Mit 14 darf man Töffli fahren, mit 16 über die Religionszugehörigkeit bestimmen oder einen Lehrvertrag unterschreiben, mit 18 in ein politisches Amt gewählt werden. Wo ist das Problem?
Und noch zum "Wurf der Jugend ins kalte Wasser": Schwimmen lernt man im Wasser - Politik an der Urne.
Kathrin Balmer - SP 19. Oktober 2009 Verstoss melden
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In Österreich dürfen die 16-Jährigen seit Juni 2007 wählen. Die Erfahrungen dort sind durchwegs positiv. Wie die Nationalratswahlen 2008 zeigten, ist die Stimmbeteiligung aufgrund des Stimmrechts 16 nicht gesunken. Das Wahlverhalten der 16- und 17-Jährigen hat zudem den älteren Altersgruppen entsprochen.

Die Diskussion zur Einführung des aktiven Stimmrechtsalters 16 ist auch in vielen anderen Ländern Europas weit fortgeschritten. In fast der Hälfte der deutschen Bundesländer können Junge ab 16 Jahren mitbestimmen. Und in fast allen Ländern in Europa laufen Aktivitäten der dortigen Jugendorganisationen zur Einführung des aktiven Stimmrechtsalters 16. In Irland beispielsweise stehen alle Parteien hinter Stimmrecht 16 und es ist nur eine Frage der Zeit bis es dort eingeführt wird.
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Wie sieht denn das in der EU konkret aus? Das Stimmrecht- ist dort auf EU- und nationaler Ebene doch vor allem ein Wahlrecht, oder? Und auf Gemeindeebene gibt es dann vielleicht Abstimmungen – weil auf nationaler Ebene in den meisten Ländern nicht, oder?
Tobi Heusser 12. Oktober 2009 Verstoss melden
@ tobi: genau, du hast recht, in der EU beschränkt sich das stimmrecht auf nationaler ebene mehrheitlich auf das recht zu wählen. es gibt zwar einzelnen staaten wie z.b. irland, die zu wichtigen themen abstimmungen durchführen, aber in vielen ländern der EU gibt es das nicht.
in österreich ist es so, dass die jugenlichen weder weiter links noch weiter rechts als die anderen generationen gewählt haben. man hört im abstimmungskampf oft die behauptung, jungendliche würden entweder vor allem linke parteien wählen, was unsinn ist. oder man hört die behauptung, jugendliche würden linksextreme und rechtsextreme parteien wählen, was sich ebenfalls als falsch herausgestellt hat.
Kathrin Balmer - SP 12. Oktober 2009 Verstoss melden
Bezüglich Links- bzw. Rechtsdrall von Jugendlichen: Ich bin überzeugt, dass das in der Schweiz auch eine Frage der Regionen ist – oder veilleicht auch Stadt–Land. Auf dem Land ist man eher konservativer, in der Stadt eher progressiver.
Tobi Heusser 13. Oktober 2009 Verstoss melden
@Tobi Heusser: Eine gefährliche Pauschalaussage, "auf dem Land ist man eher konservativer, in der Stadt eher progressiver": Eine gewisse Grundtendenz dafür lässt sich sicherlich ausmachen, jedoch beobachte ich gerade auf dem Land das Gegenteilige in den letzten Jahren.
Elisa Schlup 16. Oktober 2009 Verstoss melden
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Bis jetzt habe ich keine Ahnung, wer denn die Gegner sind. Welche Parteien sind denn dagegen?
Tobi Heusser 12. Oktober 2009 Verstoss melden
Bis jetzt haben sich die SVP und FDP des Kanton Bern (sowie auch die Junge SVP, Junge CVP und Jungfreisinnigen des Kt. Bern) in der Vernehmlassung, Medienberichterstattung und während der Debatte im Grossen Rat gegen eine Einführung des Stimmrechtalters 16 ausgesprochen.
Adrienne Fichter - Politnetz Team 12. Oktober 2009 Verstoss melden
Ablehnende Stellungnahmen finden sich beispielsweise in der Ausgabe 2/08 der Parteizeitung "Zeitungidee" der Jungen SVP Schweiz (dort wird auf Seite 6 ein überparteiliches Contra- Komitee "Stimmrechtsalter 16: Nein danke" erwähnt):
http://www.zeitungidee.ch/archiv/2008-02.pdf

Und in einem älteren Artikel der "News", der die Debatte im Grossen Rat kommentierte: http://www.news.ch/Stimmrechtsalter+16+in+Bern+vors+Volk/277543/detail.htm
Adrienne Fichter - Politnetz Team 12. Oktober 2009 Verstoss melden
Ist noch interessant, dass viele Jungfreisinnige in diesem überparteilichen Contra-Komitee "Stimmrechtsalter 16: Nein danke" sitzen. In dem PDF http://www.zeitungidee.ch/archiv/2008-02.pdf beklagt sich das Komitee, dass es von den Medien totgeschwiegen wird – genau, auch ich habe nämlich nichts von seiner Existenz und den Gegenargumenten gewusst.
Tobi Heusser 13. Oktober 2009 Verstoss melden
Bisher hat sich meines Wissens nur ein Pro- und kein Kontra-Komitee für die Abstimmung vom 29.11.09 im Kanton Bern gebildet. Das ist sehr schade, weil so keine echte, breite Debatte entsteht.
Die JSVP ist schweizweit relativ geschlossen gegen Stimmrecht 16, wobei es Ausnahmen gibt. Z.B. ist die JSVP des Kantons Waadt dafür. Die Jungfreisinnigen und die JCVP sind gespalten.
Im Kanton Bern unterstützen viele Vertreterinnen der bürgerlichen (Jung-)Parteien öffentlich das Stimmrecht 16, z.B. BDP-Grossrat Ueli Spring oder FDP-Gemeinderätin Christine Bobst. Es geht hier nicht um links oder rechts!
Kathrin Balmer - SP 14. Oktober 2009 Verstoss melden
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Was war 1971 …? Genau, endlich wurde das Frauenstimmrecht (auf Bundesebene) eingeführt. Von Däniken im Magazin-Interview vom 10. Oktober weiter: "Vorher war das Land eine Männerherrschaft."

Demokratie kommt von "Demos", was "Volk" bedeutet. In Sachen Politik soll der Teil des Volkes mitbestimmen dürfen, der mündig ist – es ist darum tatsächlich logisch, dass erst mit dem Stimm- und Wahlrecht der Frauen unser Land zu einer wirklichen Demokratie wurde. Zum Stimmrechtsalter 16: Mit 16 Jahren ist man ebenfalls Teil des mündigen Volkes – wer bereits dann am politischen Leben aktiv teilnehmen will, der oder die soll das dürfen. So gewinnt die Schweiz aktive StaatsbürgerInnen mit Sinn und Verantwortung fürs Gemeinwohl. Sie sind die Stützen unserer Gesellschaft.
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Von Dänikens Aussage bezüglich Frauenstimmrecht ist tatsächlich erfrischend undiplomatisch. Aber die Parallelen zum Stimmrechtsalter 16 sind meiner Meinung nach nicht so offensichtlich: Wieso sollen dann nicht bereits auch 14-jährige stimmen dürfen: Sie gehören ja auch zum Volk, oder?!
Oliver Peter 11. Oktober 2009 Verstoss melden
Ich denke es geht um geistige Mündigkeit. Wo diese gesetzlich zur verorten ist, muss diskutiert werden. 16 Jahre sind aber sicher ein Alter, indem viele schon enorm reif sind. Auch in anderen Belangen spricht das Gesetzt 16-jährigen Eigenverantwortung zu. Z.B.: Motorfahrzeuge oder Alkohol.
Julian Meier 12. Oktober 2009 Verstoss melden
Gerade mal acht Jahre nach Einführung des Frauenstimmrechts wurde 1979 das Stimmrechtsalter für 18jährige abgelehnt. Da waren sicher auch unzählige Frauen, welche vor 1971 volljährig wurden und noch selber erfahren mussten, was es heisst vom Mitspracherecht ausgeschlossen zu sein, dagegen.

Peter Vögeli 22. November 2009 Verstoss melden
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Das Interesse an der Politik ist bei 16- und 17-jährigen, entgegen der allgemeinen Erwartung, bereits vorhanden! Befragungen haben ergeben, dass ein ähnlicher Wert an Interessierten wie bei den 18-24-jährigen besteht, nämlich um die 30 Prozent.

Fehlt nun tatsächlich einem Teil der 16- und 17-jährigen die Reife für politische Entscheide, so gehen diese auch sicher nicht wählen, da aus meiner Sicht bezüglich Politik die Reife eine Voraussetzung für das Interesse und folglich Wahlabsichten sind. Wer also unreif ist, wird kaum wählen gehen und somit niemandem schaden.

Bei einem JA! sehe ich also keine absehbaren negativen Konsequenzen, hingegen wäre ein NEIN! schade, da man durch die Herabsetzung viele Junge für die Politik gewinnen könnte und bereits Interessierten die Chance gibt, aktiv mitzumachen.
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Mich würde interessieren, was du – als offensichtlich sehr politischer junger Mensch – vom Staatskundeunterricht in der Schule hältst. Hast du dort das Wissen mitbekommen, um dich aktiv politisch zu beteiligen, oder von einer anderen Quelle, einem Verein, einer Jungpartei vielleicht? Bei mir selbst liegt die Schule schon einiges länger zurück und ich habe dort nicht viel dazu gelernt – nun ja, es war auch noch eine andere Zeit, mit anderen Hierarchien.
Oliver Peter 22. Oktober 2009 Verstoss melden
INFO: Unter anderem mit dem Argument "Nichts zu verlieren – viel zu gewinnen" hat das Pro-Komitee am 21. Oktober den Abstimmungskampf offiziell eröffnet. Hier einige Medien-Reaktionen:

-BZ: http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/Stimmrecht-16-Nichts-zu-verlieren-viel-zu-gewinnen/story/19761295

-Bieler Tagblatt: http://www.bielertagblatt.ch/News/Region/157055#ancContent

-20min: http://www.20min.ch/news/bern/story/27038214

-DRS Regionaljournal Bern-Freiburg-Wallis: http://www.drs1.ch/www/de/drs1/sendungen/regionaljournal-bern-freiburg-wallis/de/drs1/sendungen/regionaljournal-bern-freiburg-wallis/90293.bt10104219.html
Politnetz Team - Administrator 22. Oktober 2009 Verstoss melden
Lieber Oliver,

Ich gehe an ein Gymnasium, dementsprechend habe ich bereits im Umfeld eher mehr politisch interessierte Menschen als es wohl sonstwo der Fall wäre.
Zum Staatskundeunterricht in der Schule:
In Geschichte haben wir sehr ausführlich die EU besprochen und dazu politische Debatten geführt, was mich sicherlich motiviert hat. Weiter haben wir praktisch immer wenn Abstimmungen anstanden eine Doppellektion diesen Themen gewidmet und debattiert. Auch das hat mich inspiriert, mich weiter in diesem Bereich zu engagieren.
Im Recht und ergänzend dazu in Geschichte haben wir die Grundlagen unseres Staates behandelt; Verfassung, Gewaltentrennung, etc. - die Grundlagen eben.
Diese Grundlagen habe ich also tatsächlich aus der Schule, jedoch gehe ich an ein Gymnasium und kann nicht beurteilen wie der Staatskundeunterricht an anderen Schulen ist.

Ich finde, abstimmen gehen soll können, wer sich interessiert. Es ist meines Wissens eine Tatsache, dass sich in der Altersgruppe der 16- und 17-jährigen prozentual ungefähr gleichviele für Politik interessieren wie im Bereich der 18- bis 24-jährigen.
Informieren muss sich sowieso jeder, der abstimmen gehen will, Hintergrundwissen über unser Rechtswesen, unsere Verfassung etc. hin oder her - dies ist meine persönliche Erfahrung. Heute beziehe ich meine Informationen meist aus dem Internet, häufig besuche ich vimentis.ch, denn dort erhalte ich qualitative, neutrale Informationen zu praktisch jedem aktuellen Thema, aber auchzu nicht abstimmungsspezifischen Gebieten.
Hiflreich sind sicherlich auch politisch Interessierte Eltern, die man auch mal um eine Meinung fragen kann – vorausgesetzt, man kann diese auch kritisch reflektieren.
Der Staatskundeunterricht ist aus meiner Sicht keine Voraussetzung, sondern vielmehr eine nützliche Ergänzung zum notwendigerweise vorhandenen Interesse an politischen Themen.

Wie gesagt, ich spreche aus der Sicht eines Gymnasiasten und kann die Situation eines 16-jährigen, der nicht das Gymnasium besucht, nur bedingt nachempfinden. Ich setzte mich trotzdem für die Herbsetzung ein, weil ich – wie bereits erwähnt – finde, dass nicht der Staatskundeunterricht, sondern das politische Interesse jemanden befähigt, abstimmen zu gehen. Und zusätzlich soll ja mit Annahme der Initiative der Staatskundeunterricht verbessert werden, was sicher auch nicht schaden kann.

Ich hoffe ich konnte deine Frage damit beantworten?!
Tobias Pulver - Vorstand Jugendparlament Köniz, Jugendparlamentarier 22. Oktober 2009 Verstoss melden
Eine kleien Ergänzung noch, um auf deine ursprünglichen Fragen zurückzukommen:
In einem Verein oder einen Jungpartei bin ich nicht, und im Jugendparlament bin ich auch erst seit diesem Herbst. Das notwendige Interesse entwickelte sich sicherlich durch die politischen Gespräche in der Schule, zu Hause oder mit Freunden - das Umfeld also.
Das Wissen erarbeite ich mir jeweils vor den Abstimmungen durch Gespräche mit Freunden und Eltern, durch Seiten wie vimentis.ch und neuerdings auch durch politnetz.ch.
Tobias Pulver - Vorstand Jugendparlament Köniz, Jugendparlamentarier 22. Oktober 2009 Verstoss melden
Lieber Tobias

Die wenigsten Stimmberechtigten informieren sich wirklich über die Vorlagen. Wenn du dich so für Politik interessierst, gehörst du zu einer Minderheit und zwar in allen Alterskategorien. Nur 10 % der Wähler und Wählerinnen gehen mit ihrer eigenen Meinung an die Urne.
Peter Vögeli 24. November 2009 Verstoss melden
Lieber Peter
Auch wenn nur 10% eine eigene Meinung haben, sollte man diese bereits ab 16 Jahren abstimmen/wählen lassen dürfen. Es ist in erster Linie ein Mitbestimmungsrecht - keine Pflicht (obwohl oft so argumentiert wird).

Hier geht es um die Zukunft des Landes. Fehler die heute gemacht werden muss die nächste Generation bereinigen. Weshalb sollten sie also nicht mitbestimmen dürfen - wo selbst Menschen in höherem Alter über langfristige Schuldentilgung, Bildungswesen und erlaubten Forschungen mitbestimmen dürfen?

Daher muss aus meiner Sicht die Jugend möglichst früh - also sicher mit 16 Jahren - politisch mitbestimmen dürfen!

Gruss Matthias
Matthias Gautschi - kandidiert für Grossrat Bern, EVP 14. Februar 2010 Verstoss melden
Lieber Matthias

Haben Sie nicht bemerkt, dass ich selber für das Stimmrechtsalter 16 bin? Die Tatsache, dass nur 10 % der Stimmberechtigten eine eigene Meinung haben, gilt für alle Alterskategorien.

Gruss Peter
Peter Vögeli 15. Februar 2010 Verstoss melden
Lieber Peter
Bitte entschuldigen Sie das Missverständnis. Auf Grund Ihres Kommentars, eruierte ich Ihre Meinung als kontra.
Schön aber, dass Sie das Stimmrechtsalter 16 befürworten!

Gruss Matthias
Matthias Gautschi - kandidiert für Grossrat Bern, EVP 15. Februar 2010 Verstoss melden
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Ich habe bis jetzt noch kein überzeugendes Argument gegen diesen Vorschlag gehört. Was spricht denn dagegen, dass 16-Jährige wählen und abstimmen können? Gerade angesichts der zunehmenden Überalterung unserer Gesellschaft ist es nötig, dass auch Jüngere mitbestimmen dürfen. Schliesslich sind sie es, die in die AHV einzahlen werden – und selbst vielleicht nicht mehr viel davon haben werden.
4 Kommentare
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Ich bin mit diesem Argument grundsätzlich einverstanden. Es ist tatsächlich so, dass die demographische Entwicklung dazu führt, dass die junge Generation immer weniger Gewicht hat. Man muss aber aufpassen, dass man nicht die Generationen gegeneinander ausspielt. Es geht hier darum, miteinander für mehr Demokratie einzustehen.
Kathrin Balmer - SP 8. Oktober 2009 Verstoss melden
Richtig, ich sehe mein Argument überhaupt nicht als Generationen-spaltend. Viele der älteren Generationen haben noch miterlebt, als die Hälfte des Schweizer Volkes überhaupt noch nicht stimmberechtigt war… alle Frauen nämlich! Dazu mein neuer Beitrag: www.politnetz.ch/beitrag/333/anzeigen

(PS: übrigens, danke politnetz für den Tipp, wie man auf Beiträge verlinken kann – für alle: mit dem Mauszeiger auf "Beitrag melden" fahren, NICHT klicken, sondern bloss in der Fusszeile des Browsers die Nummer merken; dann in den Link (wie oben die Nr. 333) einfügen.)
Claudia Michel 11. Oktober 2009 Verstoss melden
Ups, da muss man noch das http:// anfügen; also:

http://www.politnetz.ch/beitrag/333/anzeigen
Claudia Michel 11. Oktober 2009 Verstoss melden
Danke für den Tipp!
Julian Meier 12. Oktober 2009 Verstoss melden
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16- und 17-Jährige mit Einkommen müssen im Kanton Bern Steuern zahlen. Sie können einen Lehrvertrag unterzeichnen und damit wichtige berufliche Vorentscheide treffen, als Sportstars in aller Welt ihre Heimat vertreten oder über ihre Religionszugehörigkeit entscheiden. Ihnen trauen wir die sexuelle Mündigkeit zu, aber abstimmen und wählen sollen sie nicht können?
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Absolut einverstanden. ich bin auch überzeugt, dass damit die politisch Interessierten früh in die politischen Prozesse eingebunden werden können. Dies stärkt insgesamt die Demokratie.
Peter Schüpbach 7. Oktober 2009 Verstoss melden
Ja, aber halt auch jene, die sich ohne lange nachzudenken von plumper Wahlpropaganda zu einem Ja oder Nein hinreissen lassen. Zum Beispiel bei der Minarett-Initiative – ein 16-jähriger findet wahrscheinlich diese Plakate einfach noch "geil" und stimmt Ja, während ein 18-jähriger sich das vielleicht bereits besser überlegt. Klar, das sind bloss Vermutungen, aber mir ist es lieber, dass erst 18-Jährige abstimmen können.
André Müller 7. Oktober 2009 Verstoss melden
ich glaube nicht, dass sich 16-Jährige mehr beeinflussen lassen als "Erwachsene". Im Gegenteil, oft sind Jugendliche in diesem Alter hyperkritisch und wollen alles ganz genau wissen, bevor sie sich eine Meinung bilden.
Es ist aber natürlich trotzdem wichtig, dass die politische Bildung an den Schulen ausgebaut und vor allem praxistauglich gemacht wird. Es bringt nichts, wenn die Jugendlichen zwar wissen, dass der Nationalrat 200 Mitglieder hat, aber nicht wissen, wie man einen Stimmzettel ausfüllt.
Kathrin Balmer - SP 7. Oktober 2009 Verstoss melden
Das ist genau der Punkt. Die die nur eine Sache geil finden, weils ein schwarz/rot/weisses Plakat ist, werden sich wohl kaum um einen Stimmzettel bemühen. Diejenigen, die aber echt politisch interessiert sind, weil sie eben auch schulisch darauf vorbereitet wurden, die werden sehr wohl differenzieren können. Das kann schon meine 13jährige Tochter!!!
Peter Schüpbach 7. Oktober 2009 Verstoss melden
Ich denke auch, dass Eltern und Schule die Aufgabe haben, den Jugendlichen Werte und Massstäbe geben, damit sie selbst differenzieren können. Aber was ist, wenn diese Bemühungen fehlen (weil die Eltern überfordert sind) oder scheitern (weil die Schule/Lehrer schon genug andere Probleme/Aufgaben zu lösen haben)? Wie wäre es denn, wenn der Bund bzw. das Bundesamt für Bildung (oder auch die Kantone) Leute in die Klassen schicken würde, die in einem 1-2-tägigen Kurs die politischen Rechte erklären und an Beispielen praktisch vorführen würden?
Claudia Michel 9. Oktober 2009 Verstoss melden
Es stimmt natürlich, dass die Schulen bereits sehr viele Aufgaben haben. Ich bin aber der Meinung, dass die politische Bildung in einer direkten Demokratie auf keinen Fall vernachlässigt werden darf. Wie die Kantone diese Aufgabe konkret lösen wollen, müssen sie natürlich selbst entscheiden. Sie können die politische Bildung in den regulären Lehrplan aufnehmen, oder sie können wie in Claudias Vorschlag externe Fachleute einladen.
Übrigens organisieren vielerorts die Jungparteien oder die Jugendparlamente "Schulbesuche", um den Schülerinnen und Schülern die Politik näher zu bringen. Wenn Jugendliche anderen Jugendlichen erklären, warum es mit Politik zu tun, ob am Freitag und Samstag ein Nachtbus fährt oder nicht, ist das Interesse meist geweckt!
Kathrin Balmer - SP 9. Oktober 2009 Verstoss melden
@Kathrin
Wenn Gleichaltrige das anderen Jugendlichen erklären, dann ist das sicher sehr gut. Und die Gemeinden könnten auch Sinnvolles dazu beitragen. Ich weiss ja nicht, wie die Jungbürgerfeiern heute so ablaufen, aber statt "Bier und Gaudi" wären vielleicht auch "Politikerbesuch und Gipfeli" angesagt. Schwierig, das natürlich gleich "attraktiv" hinzukriegen:)
Claudia Michel 11. Oktober 2009 Verstoss melden
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